Materialprüfung im Arbeitsalltag
Geprüft, dokumentiert, einsatzbereit: Wie Materialprüfungen Sicherheit schaffen
Arbeitsmittel im holzverarbeitenden Handwerk sind täglich hohen Belastungen ausgesetzt. Was auf den ersten Blick noch einsatzfähig wirkt, kann im Innern bereits sicherheitsrelevante Mängel aufweisen. Regelmässige Materialprüfungen sind deshalb nicht nur gesetzlich vorgeschrieben, sondern ein zentraler Beitrag zur Arbeitssicherheit.
Ob auf der Baustelle, in der Werkhalle oder beim Transport schwerer Bauteile – sichere Arbeitsmittel sind Voraussetzung für unfallfreies Arbeiten. Besonders bei persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz, kurz PSAgA, sowie bei Hebe- und Anschlagmitteln kann ein Defekt gravierende Folgen haben. Dennoch werden Prüfintervalle im Alltag teils unterschätzt oder zu spät wahrgenommen. Dabei ist die Ausgangslage klar: Die Verantwortung für den Zustand der eingesetzten Arbeitsmittel liegt beim Betrieb.
Gesetzliche Vorgaben im Überblick
Regelmässige Materialprüfungen im beruflichen Umfeld ergeben sich aus dem Zusammenspiel mehrerer verbindlicher Regelwerke. Dazu zählen die EKAS-Richtlinie 6512, die Verordnung über die Unfallverhütung VUV Art. 32b sowie einschlägige EN-Normen. Rechtlich abgestützt sind sie durch das Arbeitsgesetz ArG, das Unfallversicherungsgesetz UVG und das Produktsicherheitsgesetz PrSG.
Das Prüfintervall richtet sich nach Gefährdung, Einsatzhäufigkeit und Herstellerangaben und beträgt bei sicherheitsrelevanten Materialien mindestens zwölf Monate. Für PSAgA bedeutet das, dass eine periodische Kontrolle mindestens einmal jährlich durch eine sachkundige Person erfolgen und dokumentiert werden muss, sofern der Hersteller kein kürzeres Intervall verlangt.
Warum Materialprüfungen verpflichtend sind
Gestützt auf gesetzliche Vorgaben müssen Arbeitsmittel grundsätzlich mindestens einmal alle zwölf Monate kontrolliert und die Prüfung schriftlich festgehalten werden. Je nach Herstellerangabe oder Beanspruchung kann auch ein kürzeres Intervall erforderlich sein. «In besonderen Fällen, etwa bei selten genutzten Leitern, kann es auf zwei Jahre verlängert werden», ergänzt Jani Mani, Sachkundiger Arbeitsmittelkontrolle bei der IMMER AG. Entscheidend ist allerdings stets die Beurteilung durch eine fachkundige Stelle. Für Betriebe bedeutet das: ohne dokumentierte Jahresprüfung kein rechtskonformer Einsatz.
CE-Kennzeichnung lesbar sind.
Typische Schäden aus der Praxis
Bei der täglichen Prüfarbeit zeigen sich immer wieder ähnliche Schadensbilder. Häufig sind altersbedingte Abnutzungen, insbesondere bei textilen Komponenten. Auch unsachgemässe Handhabung hinterlässt Spuren. «Es kommt regelmässig vor, dass Hebegurte und Rundschlingen mit Filzstift beschriftet sind», sagt Jan Mani. Die darin enthaltenen Lösungsmittel können das Material angreifen und seine Festigkeit reduzieren.
Im Holzbau treten laut Mani zudem immer wieder Einschnitte mit verbrannten Rändern an Hebegurten auf. Sie entstünden meist dann, wenn sich Holz beim Transport verschiebt. Auch Feuchtigkeit ist ein kritischer Faktor. Wird PSAgA feucht eingelagert, können metallische Komponenten zu oxidieren beginnen.
Häufige Fehler im Umgang mit Arbeitsmitteln
Ein wiederkehrendes Problem ist, dass Arbeitsmittel nicht regelmässig geprüft werden. Hinzu kommt, dass stark verschmutztes Material eine fachgerechte Beurteilung erschwert und den Prüfprozess verzögert. Wer seine Arbeitsmittel nicht prüfen lässt, riskiert nicht nur Bussen bei Kontrollen, sondern unter Umständen auch den Ausschluss von Baustellen. «Auf grösseren Baustellen kann es vorkommen, dass der Zugang mit ungeprüften Arbeitsmitteln untersagt ist», betont Mani.
Wann ein Arbeitsmittel ausgesondert werden muss
Ein Arbeitsmittel gilt als nicht mehr einsatzfähig, wenn es Abnutzungen wie Einschnitte, starke Reibungsspuren oder Oxidation aufweist oder wenn es altersbedingt seine Leistungsfähigkeit verliert. «Bei PSAgA aus Textil oder Kunststoff ist die Lebensdauer auf vier bis zehn Jahre begrenzt», erläutert Jan Mani die herstellerspezifische Nutzungsdauer, wobei es sich bei den zehn Jahren um eine absolute Obergrenze handelt. Bei metallischen Komponenten oder Hebemitteln ist die Haltbarkeit hingegen nicht definiert, da sie keiner altersbedingten Materialermüdung unterworfen sind.
Entscheidend ist deshalb nicht das Material allein, sondern neben Herstellerangaben und Normen die regelmässige Prüfung. So können Arbeitsmittel auf den ersten Blick über ihren tatsächlichen Zustand hinwegtäuschen. «Wir haben einmal zwei Auffanggurte von 1982 und 1987 zur Kontrolle zugesandt bekommen», erzählt Jan Mani. Obwohl sich die Bänder bei näherer Begutachtung als sehr brüchig herausstellten, habe man ihnen das hohe Alter zunächst nicht angesehen. Ebenfalls ausschlaggebend ist die Lesbarkeit der Herstellerangaben. Sind diese nicht mehr vorhanden, fehlt die Grundlage für eine sichere Beurteilung.
Unterschätzte Risiken
Oft unterschätzt werden Aufstiegshilfen wie Leitern. «Die Prüfpflicht für diese Arbeitsmittel ist noch relativ neu», sagt Jan Mani. «Entsprechend fehlt teilweise das Bewusstsein dafür.» Auch das Beschriften von Material mit ungeeigneten Stiften oder Bekleben wird häufig als harmlos angesehen, kann aber gravierende Folgen haben. «Lösungsmittel können Materialien aufweichen», erklärt Jan Mani und erwähnt einen Fall, bei dem ein leichter Schlag mit dem Schraubenzieher ausreichte, um einen gealterten Helm an einer beklebten Stelle zu durchbohren.
Dokumentation schafft Übersicht
Ein zentraler Mehrwert der Materialprüfung liegt in der systematischen Dokumentation. Kundinnen und Kunden erhalten jederzeit einen Überblick über den Status ihrer Arbeitsmittel. «Sie sehen, wann ein Artikel zuletzt geprüft wurde, wann die nächste Prüfung ansteht und ob die Lebensdauer überschritten ist», erläutert Jan Mani. Monatliche elektronische Statusübersichten sorgen ausserdem zusätzlich für Transparenz.
Service mit Verantwortung und Nähe zur Praxis
Materialprüfungen sind weit mehr als eine formale Pflicht. Sie verlangen Fachwissen, Erfahrung und ein geschultes Auge für Details, die im Arbeitsalltag leicht übersehen werden. Das Team rund um Jan Mani und Christoph Mosimann kümmert sich mit hoher Sorgfalt um die Prüfung von Arbeitsmitteln und begleitet Betriebe über den gesamten Prozess hinweg – von der Terminplanung über die fachmännische Kontrolle bis zur lückenlosen Dokumentation.
Materialprüfung bei der IMMER AG
Der Prüfservice der IMMER AG geht über die eigentliche Kontrolle hinaus.
- Fachmännische Prüfung nach aktuellen Standards
- Digitale Erfassung und Protokollierung aller Prüfungen
- Detaillierte Prüfberichte
- Automatische Erinnerung an fällige Prüfungen
- An- und Rücklieferung im Einzugsgebiet mit dem Camiondienst
Eine Übersicht der prüfbaren Arbeitsmittel und Preise ist in der aktuellen Preisliste aufgeführt, darunter auch Höhensicherungsgeräte, Gurte, Seile, Leitern und Hebemittel.
Ein zunehmender Teil der Kundschaft setzt dabei auf pragmatische Lösungen direkt vor Ort. «Rund 40 Prozent der Kunden lassen ihre Geräte inzwischen in ihrem Betrieb prüfen, Tendenz steigend», unterstreicht Jan Mani diese Entwicklung. Der Vorteil liegt auf der Hand: Nach der Prüfung kann unmittelbar weitergearbeitet werden, ohne Ausfallzeiten durch Transport oder Wartefristen.
Mit klaren Abläufen, digitaler Übersicht und persönlicher Beratung sorgt die IMMER AG dafür, dass Materialprüfungen nicht als Unterbruch, sondern als sinnvoller Bestandteil eines sicheren Arbeitsalltags wahrgenommen werden. Für Betriebe im Holzhandwerk bedeutet das: weniger administrativer Aufwand, mehr Transparenz – und vor allem die Gewissheit, dass ihre Arbeitsmittel zuverlässig und regelkonform geprüft sind.
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