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SCHLAGWÖRTER:
Holzbau , Schallschutz
04. Dez 2018 / Posted by moser

Schallschutzlösungen für den Holzbau

Gebäude in denen Menschen wohnen oder arbeiten, müssen sich den besonderen Herausforderungen des Schallschutzes stellen und sind an hohe bauliche Anforderungen gebunden.

Schallschutz im Holzbau

 

Das Wohlbefinden des Menschen kann durch unerwünschten Lärm stark beeinträchtigt werden. Gerade bei Leichtbauweisen - so auch im Holzbau - gilt es, das bauphysikalisch begründete Regelwerk zum Schallschutz zu beachten und bei sensiblen Bauteilen wie Decken oder Wohnungstrennwänden in den Bauteilaufbauten zu berücksichtigen. Neben dem Schallschutz gegen Lärm von aussen ist dieser auch ein Thema im Gebäudeinnern.



Anforderungen

Der Bauherr eines neuen Gebäudes hat dafür zu sorgen dass der Schallschutz bei Aussenbauteilen und Trennbauteilen lärmempfindlicher Räume sowie bei Treppen und haustechnischen Anlagen den anerkannten Regeln der Baukunde entspricht. Als Grundlage der Mindestanforderungen dient die SIA-Norm 181 des schweizerischen Ingenier- und Architektenvereins.


Die Störquellen


Luftschall

Menschen, Tiere, Maschinen oder Installationen regen Luftschwingungen an. Sie entstehen zum Beispiel durch Sprechen, Bewegung oder Musik. Bei haustechnischen Anlagen, wie z.B. Lüftungsanlagen oder Wärmepumpem, entsteht Schall, indem die Geräte im laufenden Betrieb die Luft anregen. Das menschliche Ohr vernimmt ihn als Geräusch. Er verbreitet sich in Form von Schallwellen über die Luft aus.

 

Tritt- und Körperschall

Körperschall entsteht, wenn Festkörper bzw. Bauteile zum Beispiel durch Klopfen, Hämmern oder Bohren zu Schwingungen angeregt werden. Auch haustechnische Anlagen wie Wärmepumpen oder Belüftungssysteme erzeugen beim Betrieb Vibrationen in Form von Körperschall. Trittschall, also die direkte mechanische Anregung von Decken, Treppen oder Treppenpodesten und ähnlichen Bauteilen, ist eine besondere Form des Körperschalls. Er entsteht, im bauakustischen Sinn, nicht nur beim Begehen eines Bauteils, sondern auch durch Möbelrücken, Herabfallen von Gegenständen, herumtollende Kinder oder Betrieb von Haushaltsgeräten. Das Störgeräusch bzw. der Luft- oder Körperschall leitet sich direkt in das Bauteil ein, dort wird er weitergeleitet und als sekundärer Luftschall in den benachbarten Räumen abgestrahlt.

Komfort ist mehr als nur Mindestschallschutz
Holz besitzt im Vergleich zu anderen Baumaterialien eine viel geringere Masse. Aus diesem Grund wird Holz schon mit wenig Energie zu Schwingungen angeregt. Zum Schutz vor störenden Vibrationen und Geräuschen liegen in den europäischen Ländern verschiedene Baunormen vor. Auch für den Holzbau gibt es Mindestanforderungen, die einzuhalten sind.


Die für den Massivbau entwickelten Normen und Richtlinien sind im Holzbau nicht immer zielführend. Die heutigen Komfortansprüche an ein Gebäude sind hoch. Die bestehenden Schallschutznormen schützen die Bewohner jedoch nur zu einem Mindestmass vor Schall aus angrenzenden Wohnungen oder von ausserhalb des Gebäudes.


Einige Länder Europas diskutieren derzeit strengere Vorschriften. Bis zu Einführung einer einheitlichen Regelung im Holzbau müssen Planer und Bauherren die erhöhten Schallschutzanforderungen privatrechtlich vereinbaren.



Die Lösung


Weiche Schichten schaffen

Allgemein lässt sich sagen, dass die Übertragungswege unterbrochen werden müssen, um die Schalllängsleitung zu vermeiden. Dies kann beispielsweise bei Wohnungstrennwänden erreicht werden, indem eine beidseitige Vorsatzschale mit Federbügeln montiert wird, die durch elastisch abgehängte Unterdecken in beiden angrenzenden Räumen ergänzt wird. Ausserdem können Decke und Wand zusätzlich mit Fugenbändern, die zugleich der Luftdichtheit dienen, entkoppelt werden. Weiterhin kann es sinnvoll sein, die Brettsperrholzdecke nicht durchlaufen zu lassen, sondern unter und über der Trennwand zu unterbrechen und die Fuge mit einem weichen Dämmstoff zu füllen.


Winkel wider dem Schall

Eine weitere Möglichkeit, die Flankenübertragung zu reduzieren, bietet ein Schallschutzwinkel, der vor etwa drei Jahren von den Firmen Simpson Strong Tie und Getzner entwickelt wurde und auf der ETA-06/0106 basiert. In Verbindung mit einem Dämmstreifen, der zwischen Wand und Decke gelegt wird, unterbricht er den Schallübertrag, funktioniert aber trotz des weichen Auflagers immer noch als eine statisch tragende Verbindung.


Dämmstreifen erforderlich

Der Schallschutzwinkel bildet in Kombination mit einem Dämmstreifen aus Sylodyn, der zwischen Wand und Bodenplatte gelegt wird, ein Schallschutzsystem für den massiven Holzbau. Die Dämmstreifen gibt es in unterschiedlichen Festigkeiten, die durch die Farbgebung gekennzeichnet sind. Damit der Dämmstreifen als schalldämmende Feder funktioniert, muss die Festigkeit auf die Einwirkungen abgestimmt sein. Deshalb muss der Dämmstreifen mit der Farbe, wie vom Planer an der jeweiligen Stelle vorgegeben, verwendet werden. Wird der Dämmstreifen eingesetzt, aber die Wand mit starren Verbindungsmitteln befestigt, wird die schalltechnische Wirkung reduziert. 


«Guter Schallschutz funktioniert in der Brettsperrholzbauweise nur dann, wenn er sorgfältig geplant und gewissenhaft ausgeführt wird. Den Schallschutz im nachhinein zu verbessern, ist mit sehr viel Aufwand verbunden»

Die Vorteile der Getzner Schallschutzprodukte im Überblick:

 
- Hochwirksamer Schallschutz für den Holzbau
- Steigerung des Verkehrswerts von Gebäuden
- Mehrfachnutzung von Gebäuden durch effizienten Schallschutz
- Verbesserung des Wohnkomforts
- Einfach anzuwenden und zu verarbeiten
- Ökologisch und nachhaltig

Detaillierte Angaben zu Produkt und Anwendung finden Sie in unserem Online-Shop.